Drohender Verlust von Krankengeld bei Lücken in der Krankmeldung

Wenn die "Krankschreibungskette" zeitliche Lücken aufweist, kann dies dazu führen, dass der Anspruch auf Krankengeld verloren geht. Das Bundessozialgericht hat drei Fälle zu diesem Thema entschieden.

 

Versicherte, die nach sechs Wochen Lohnfortzahlung zum Krankengeld wechseln, müssen aufpassen, denn die Anforderungen an die "Krankschreibungskette" ändern sich mit dem Wechsel. Während für die Lohnfortzahlung eine nahtlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für alle Werktage ausreicht, gilt dies beim Krankengeld nicht mehr. Endet also die Krankschreibung mit einem Freitag, ist es nicht ausreichend, am Montag eine neue Krankschreibung ausstellen zu lassen. Dies gilt dies auch für die Folgebescheinigungen. Versicherte müssen daher den Arzt immer schon aufsuchen, noch bevor die aktuelle Bescheinigung ausgelaufen ist.

 

Die Auswirkungen können besonders gravierend sein, wenn ein krankgeschriebener Arbeitnehmer gekündigt wurde. Dieser hätte grundsätzlich trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf Krankengeld (bis zu 78 Wochen). Wird aber eine Folgebescheinigung zu spät eingeholt, dann endet das "nachwirkende" Versicherungsverhältnis und damit auch der Anspruch auf Krankengeld.

 

Für Arbeitnehmer, die trotz ihrer Krankheit weiter in einem Arbeitsverhältnis stehen, wirkt sich die Bescheinungslücke nicht so schwer aus. Sofern sie eine Folgebescheinigung zu spät einholen, kommt der Anspruch auf Krankengeld lediglich zum Ruhen. Am Folgetag der nächsten Bescheinigung lebt er aber wieder auf.

 

Die Anforderungen an den Patienten, an seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu kommen, sind dabei hoch: Die Krankenkasse muss auch dann eine rückwirkende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht akzeptieren, wenn die Arztpraxis, die der Betroffene aufsuchen wollte, geschlossen hatte und er aus diesem Grund erst am nächsten Werktag eine Krankschreibung vorweisen konnte. Schließlich muss sich der Patient zurechnen lassen, wenn sein Arzt ihn mit dem Hinweis wieder nach Hause schickt, dass zwei Tage später ohnehin ein Untersuchungstermin ansteht.

 

 BSG B 1 KR 31/14 R

 BSG B 1 KR 25/14 R

 BSG B 1 KR 19/14 R