Flexible Arbeitszeiten sind für viele Beschäftigte an der Tagesordnung

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat Anfang Oktober ihren Arbeitszeitreport 2016 vorgestellt. Die Umfrage, für die deutschlandweit 20.000 Beschäftigte befragt wurden, hat ergeben, dass viele Beschäftigte mit Arbeitszeiten außerhalb der Regelarbeitszeit flexibel auf Anforderungen des Unternehmens reagieren müssen. Wochenendarbeitszeiten, Rufbereitschaften, Erreichbarkeit in der Freizeit oder kurzfristige Änderungen vereinbarter Arbeitszeiten sind zunehmend verbreitet. Zwar gaben 80 Prozent der Beschäftigten an, in der Regel wochentags zwischen 7 und 19 Uhr zu arbeiten. Allerdings müssen 43 Prozent mindestens einmal im Monat auch am Wochenende arbeiten. Acht Prozent der Beschäftigten sind zu regelmäßiger Rufbereitschaft außerhalb ihrer Arbeitszeit verpflichtet. 22 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass ihr Arbeitsumfeld erwarte, dass sie im Privatleben für dienstliche Belange erreichbar seien. 23 Prozent der Beschäftigten werden manchmal außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Angelegenheiten kontaktiert. Zwölf Prozent sogar häufig. Dies ist unter Führungskräften weiter verbreitet als bei Beschäftigten ohne Führungsverantwortung. Immerhin 38 Prozent der Befragten haben selber großen Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und sie beenden. 44 Prozent gaben an, beeinflussen zu können, wann sie sich ein paar Stunden freinehmen. Allerdings erlebe mehr als jeder siebte Beschäftigte häufig und jeder vierte Beschäftigte manchmal kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit aufgrund betrieblicher Belange. Etwa sieben Prozent der Befragten arbeiten auf Abruf. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erklärte, dass Beschäftigte mit hohen betrieblichen Flexibilitätsanforderungen ihr gesundheitliches Befinden tendenziell schlechter einschätzten und unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance seien als andere Beschäftigte. Umgekehrt zeige sich, dass sich Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf die Arbeitszeitgestaltung positiv auf die Gesundheit und die Balance von Freizeit und Arbeit auswirkten.